Forderungen

Apr 7, 2021

Übergeordnete Forderung:


Wir fordern die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens (1,5 Grad Ziel) und die klimagerechte Umsetzung im Land Bremen. Das Land Bremen soll sich ein lokales CO2-Budget von 23,52 Millionen t CO2 (ab 2020) setzen, was sich am globalen CO2-Budget aus dem IPCC-Bericht orientiert.
Das Land Bremen muss alle politischen Maßnahmen an diesem CO2-Budget ausrichten.

Alle Maßnahmen müssen durch Ausgleichsmechnismen sozial verträglich gemacht werden.

Eine Wirtschaftsweise und Gesellschaftsform, die das Wohlergehen aller zum Ziel hat und die ökologischen Lebensgrundlagen erhält.

Ausgestaltung: Bremen Klimaneutral bis 2032 wenn die CO2-Emissionen ab jetzt linear gesenkt werden. Zusätzlich automatischer Mechanismen zur Nachsteuerung wenn aktuelle Maßnahmen nicht die gewünschte Wirkung entfalten.

Weitere Forderungen:

  1. Klimafreundliche Mobilität:
    • massiver Ausbau und Priorisierung von Fußverkehr, Rad und ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr);
    • kostenloser ÖPNV (aber Ausbau vor Preissenkung), entsprechende Umverteilung des Straßenraums, Umstellung auf Elektrobusse bis 2025;
    • Bremen ab 2022 ohne Autos mit fossilen Antrieben (außer systemrelevante Fahrzeuge und Transport für Gehbehinderte)
  2. Klimaneutrale Industrie:
    • Verpflichtende Aufstellung von Pläne zur Klimaneutralität von Unternehmen bis 2032;
    • ausschließlich Unterstützung von Unternehmen mit solchen Plänen durch Wirtschaftsförderung. Kritische Auseinandersetzung mit der Frage, welche Unternehmensmodelle zukunftsfähig sind.
  3. Klimaneutrales Bauen/Wohnen und Schaffung von THG-Senken:
    • Neubauten ohne Stahlbeton und ökol. Dämmstoffe nutzen sowie Recyclingmaterial, da Baumaterialien sehr CO2-intensiv sind.
  4. Schutz und Schaffung von Treibhausgassenken:
    • Wiedervernässung von Mooren, keine weitere Flächenversiegelung, Flächenentsiegelung, Erhalt und klimaangepasste Renaturierung und Wiederaufforstung und Umgestaltung von nicht versiegelten Flächen, Effektivere Nutzung und Reduzierung des durchschnittlichen
  5. Flugverkehr:
    • Flughafen schließen
  6. Wärmeversorgung:
    • bis 2030 dekarbonisieren (z.B. Fernwärme, Wärmepumpen, möglichst wenig Biomassenutzung)
  7. Ernährung:
    • Ausschließlich vegane und möglichst saisonale, regionale Ernährung in öffentlichen Kantinen ohne Lebensmittelverschwendung;
    • Strukturwandel der Bremischen Ernährungsindustrie weg von tierbasierten Produkten
  8. Erneuerbare Energien:
    • Solar auf allen Dächern und einigen Freiflächen + Windkraft ab sofort überall dort, wo nicht durch Naturschutz eingeschränkt und bisher nicht bebaut
  9. Konsum:
    • Stärkung von weniger Konsum und Postwachstumspraktiken sowie klimafreundlichem Konsum
  10. Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen:
    • Höchste Priorität von Klimaschutzmaßnahmen im Bremer Haushalt, Ausnahme für Klimainvestitionen in der Bremer Schuldenbremse, keine Subvention für klimaschädliche Infrastruktur (z.B. Flughafen und Kreuzfahrtschiffterminal)
  11. Energiesparsamkeit:
    • Energieberatung und verpflichtende Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen bei Unternehmen und Haushalten.

Wie stellen wir uns…

  1. eine klimafreundliche Mobilität vor? Zufahrtsbeschränkungen für Autos mit fossilen Antrieben innerhalb eines Park-and-Ride-Rings, Schaffung von kurzen Entfernungen zw. Wohnen/Arbeiten/Versorgungsstätten (KiTa, Schule, Freizeit, Einkaufen), und bezahlbare und emissionsarme Modi für größere Distanzen (>5km); für Unternehmen stehen Transportfahrzeuge mit CO2 neutralen Antrieb zur Verfügung, die unentgeltlich und unkompliziert vom Land geliehen werden können, ÖPNV-Takt alle 10-Minuten und Haltestellennetz von max. 1 km² bis 2025; sichere großzügige Wege für Fußgänger; Radschnellwege und großzügige, getrennte und sichere Radwege; Ausbesserung der bestehenden Radwege
  2. eine klimaneutrale Industrie vor? eigenes Mobilitätsmanagement extrem verbessern, Umstellung der Produktion auf klimaneutrale Produktion inkl. Zulieferern
  3. klimaneutrales Bauen/Wohnen vor? Erhöhung der Wonraumsteuer, Unterstützung des Staates bei Umzug/ Umbau; Begrünung der Städte
  4. einen klimafreundlichen Flugverkehr vor? Starke Enschränkung der Flugaktivitäten, Reisen wo möglich per Zug, keine Subventionierung des Regionalflughafens Bremen
  5. eine klimaneutrale Wärmeversorgung vor? Kein Einbau fossiler Heizungen ab 2022 (Ausnahmen für Fernwärmeausbaugebiete und andere technische Probleme), Laufzeitbegrenzung bestehender Heizungsanlagen auf max. 15 Jahre, 80% EE in Fernwärme und massiver Ausbau bis 2025, Häuser so gut wie möglich sanieren; Neubau Plusenergiestandard
  6. eine klimafreundliche Ernährung vor? Ernährung in öffentlichen Kantinen als Impulsgebung, insb. Einschränkung des Fleich- und Fischkonsums, da dadurch die meisten Emissionen entstehen; Umstellung der Bremer Ernährungsindustrie, insbesondere der Fischindustrie
  7. den Ausbau der Erneuerbaren vor? Untersützung für Bürger*innen bei Solarenergie (Verbesserung der Bürokratie für Eigenverbrauch), Windenergie: Effizienz der Anlagen sollte verbessert werden
  8. den Konsum im klimaneutralen Bremen vor? Angebote zur Stärkung der Selbstwirksamkeit (z.B. Repaircafés, Urban Gardening), weniger Werbung im öffentlichen Raum, keine Werbung für klimaschädliche Produkte und Dienstleistungen, Mehrwegalternativen und Möglichkeiten zur Selbstversorgung; Cradle to cradle-Ansätzen und Besteuerung und Verbot von emissionsintensiven Produkten und Prozessen, Stärkerung regionaler Produkte, nachhaltige öffentliche Beschaffung, (für den Bund: 30-Stunden-Woche)
  9. die Finanzierung vor? Neuordnung der Haushalts- und Finanzpolitik mit klarem Fokus auf Klimaschutz und Klima-Investitionen
  10. Energiesparsamkeit vor? Lichtverschmutzung verringern; Beleuchtung (z. B. Namenszüge, Lichterketten in Schaufenstern, „geschlossen“-Schilder, Schaufensterbeleuchtung) von z. B. Banken ist nach Ladenschluss ausschalten. Umwelteffiziente Amber-LED-Straßenbeleuchtung einsetzen.

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